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Timmi der Wal

 

B. St. Føllfross. Brandenburg an der Havel. Watt dem eenen sin Uul, is dem annern sin Nachtigall, seggt een ollet plattdüütsches Spraakwort.

Da hat sich also ein Buckelwal in die Ostsee verirrt und kommt in diesem Brackwassermeer mit seinem geringen Salzgehalt nicht zurecht. Für ihn geht es ums Überleben.

Altruistisch, wie der Nackte Affe nun mal ist, reißt sich nun ein jeder, der die Gelegenheit dazu bekommt, darum, dem Tier wieder auf einen Weg zu helfen, der ihm das Überleben sichert.

Natürlich nicht, ohne, wie das dem Nackten Affen nun mal zu eigen ist, ihn mit einem Namen zu versehen – mutmaßlich, um ihn zu vermenschlichen. Was einen Namen hat, dass rettet sich leichter und überlässt sich schwerer dem Verderben. Deswegen ja auch alle Russen Iwan heißen und nicht so Kolja, Oleg, Saschka, Pjotr, Timofeij, Boriska, Andrjuscha … Den Iwan kann man leichter entmenschlichen und noch leichter geht es, wenn er nicht einmal Iwan heißt, sondern nur „der Russe“.

Der Wal aber ist – das wird ihm mutmaßlich das Leben bewahren – Gottlob kein Russe, sondern ein internationaler Wal. Da er sich aber in die Lübecker Bucht vor Wismar und den Timmendorfer Strand verirrt hat, nennen ihn die Nackten Affen nunmehr „Timmi“ – der Deminutiv ist für den 15-Tonnen-Koloss obligatorisch. Die Verniedlichungsform stellt auf das Kindchenprinzip ab und mobilisiert somit noch mehr Rettungsenergie.

Für den Bundespinocchio und seinen Bundes-Elferrat ist dieses Ereignis sicherlich ein Geschenk des Himmels. Die Nachrichten des staatshörigen Rundfunks berichten kaum noch über etwas anderes.

Ist doch gut, wenn die Leute nicht so sehr auf die katastrophalen Treibstoffpreise an den Tankstellen starren, verursacht durch eine verräterische Russland-Politik der Yankee-Lakaien und einen verbrecherischen Angriffskrieg ihrer Herrchen in Washington gegen Persien.

Wie üblich ging das militärische Abenteuer der Yankees einmal wieder grandios daneben. Die Schwachköpfe aus dem Pentagon und dem Oval Office versäumten es sträflich einzukalkulieren, dass Teheran, Isfahan, Shiraz und Tabris außerhalb des zugegeben weitläufigen Filmstudio-Geländes von Hollywood liegen.

Es ist doch aber seit Jahrzehnten bekannt, dass die Amerikaner just eben nur in jenen Filmstudios ihre Kriege gewinnen und ihrer Katastrophen Herr werden. Wie selbstbesoffen muss man denn sein, um sich über diesen Umstand noch hinwegtäuschen zu können.
Aber wie sagte schon der weise Onkologe Dr. L. Hübner aus der Chur- und Hauptstadt Brandenburg seinerzeit: Der dümmste Betrug, den man begehen kann, ist alleweil der Betrug an sich selbst.“ Wie wahr, wie wahr.

Ebenso ein Allgemeinposten sollte es mittlerweile sein, dass es den Amis nicht um die Befreiung des iranischen Volkes und um dessen Rückführung zur Demokratie geht, welche sie ja selbst 1953 beseitigen halfen. Damals klappte das noch mit „Regime-Change“.

Hätten sie, statt Mossadegh zu stürzen, faire Verträge mit ihm gemacht, dann hätten sie ein paar Cent mehr fürs Barrel bezahlt, sicher doch.

Aber Fairness ist für Yankees ein Fremdwort. Wozu soll ihnen diese Charaktereigenschaft gut sein, solange sie noch die Trommeln ihrer 45er voller Patronen haben?

Ja klar, sechsundzwanzig Jahre lang, unter der Rigide ihrer kaiserlichen Satansmarionette Reza Pahlevi, ging die Rechnung auf. Das Öl war verfügbar und billig. Chomeini und seine mörderischen Revolutionsgarden drehten dann jedoch vor siebenundvierzig Jahren den Hahn zu.

Sechsundzwanzig … Siebenundvierzig … na, was sagt denn Ihre innere Registrierkasse dazu? Gute gemacht, oder Miese? Nu, sie müssen sich jetzt nicht so anstrengen. Lassen Sie den Rechenschieber mal in der Schublade! Wenn Sie nämlich jetzt noch die gegenwärtigen Kriegskosten dazu addieren, dann wird die Bilanz sehr schnell eindeutig.

Glauben Sie nicht? Warten Sie mal … wann endete noch mal die Ära der wunderschönen, benzinsaufenden Straßenkreuzer in den USA, mit denen man für einen geringen Dollarbetrag von Küste zu Küste reisen konnte?

Korreliert ganz gut, was? Und die „Verbündeten“ der Amis unter den arabischen und den Golfstaaten? Was taten die? Gaben die ihr Öl zu Freundschaftspreisen an die Yankees ab?

Aber nicht doch! Wenn ich weiß, dass der Konkurrent zumindest an diesen Abnehmer nichts mehr vertickt, dann gestalte ich doch meine Preise kreativ, solange mich meine Kufija noch einigermaßen vor einem Sonnenstich bewahrt. Und das tat sie. Sonst wäre der Kalifenturm in Dubai sicher keine 828 Meter hoch geworden. Dann hätte es vielleicht nur für die knappe Hälfte gereicht.

Doch das alles muss Sie im Augenblick nicht bekümmern. Zum Henker mit den Energiepreisen, welche die deutsche Wirtschaft und die deutschen Haushalte zusehends in die Knie zwingen – Hauptsache, Timmi der Wal kommt frei.

Die Rechnung, das mächtige Bärchen im Osten über Sanktionspakete in die Knie zu zwingen, platzte dramatisch – der Krieg geht ins fünfte Jahr und für die Bandera-Halunken, die davon träumten, auch endlich an die unerschöpflich scheinenden Futtertröge Brüssels zu gelangen, sieht es gar nicht so gut aus.

Die Kriegshetzer und Moralapostel des Westens insbesondere der Bundesrepublik Deutschland sitzen mit den Resten ihrer Glaubwürdigkeit nunmehr eingeklemmt zwischen den barbarischen Schraubstockbacken der Realität. … und die ziehen gerade richtig feste!

Ihre Moral-Fassade liegt übler in Trümmern als die zerbombte Shajareh-Tayyebeh-Mädchenschule im persischen Minab mit all ihren beklagenswerten Opfern.

Gestern überschlugen sie sich in geiferndem Gekreische über die Gräueltaten der Russen in der Ukraine – heute winden sie sich wie die Aale und drucksen herum. Denn, wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe – es ist halt alles eine Frage des Standpunktes.

Das ist eine uralte europäische Auffassung, deren Wertmaßstäbe bereits an die Sklaven der Antike, die Neger, Indios, Indianer, Puerto-Ricaner, Australneger, Eskimos und Kulis … der jüngeren kolonialen Vergangenheit gelegt wurden.

Doch Werte sind unverhandelbar und universal – oder sie sind keine, sondern nur hohles Gebrabbel zum Zwecke der Rechtfertigung brutaler Machtausübung.

Gott sei Dank kommt da jetzt ein verirrter Buckelwal geschwommen. Großes Aufatmen in Berlin. Das verschafft eine kleine Atempause nach dem desaströsen Zugewinn an Stimmen für die AfD im Ländle und dem verdienten Verschwinden der degenerierten SPD in der Versenkung. Die alte Arbeiterverräter-Tante geht unserer Ansicht nach nur den anderen voran. „Wann wir stolpern Seit‘ an Seit‘ dem Untergang entgegen, la la la la.“

Möglicherweise und hoffentlich erwischt es die Grünen als nächstes. Spätestens nämlich dann, wenn den Leuten klar wird, dass die Grünen an Luxusproblemen herumregierten. Nur – Luxus hat die bedauerliche Eigenschaft teuer zu sein. … sonst ist es nämlich Strass oder Kitsch oder Tinnef.

Ja, wenn aber kein Geld mehr da ist für den Luxus …, wenn überhaupt kein Geld mehr da ist; wenn den Leuten dämmert, dass sie im grünen Wolkenkuckucksheim so wenig zu fressen haben werden, wie die Muschkoten im Arbeiter- und Bauernparadies des Holodomor, dann werden sie sehr schnell sehr unangenehm.

Irgendwann steht ihnen die Verschuldung nämlich höher bis zum eigenen Halse als dem Bengalen der gestiegene Wasserpegel des Indischen Ozeans. Sie wissen doch, wie das ist mit der Nähe von Hemd und Hose.

Dann ist Schluss mit Lustig und der brutale Aufprall in der Wirklichkeit eines zum Dritte-Welt-Landes heruntergewirtschafteten ehemaligen führenden Industriestaates wird das ehemalige „Hosianna“ verblödeter Träumer in ein brüllendes „Crucifige!“ verwandeln. Denn, wenn das Volk sich nicht nur um seine Träume, sondern sogar um seine existentiellen Besitztümer geprellt sieht, knallt es regelmäßig. Clio und Marx lehren es, unser Reb Jeschua aus Nazareth musste es zu Jerusalem leidvoll erfahren.

Die staatstreue Medienlandschaft – und wir, die wir eher einen Hundsgugel als einen Aluhut zu tragen gewillt sind, sagen keinesfalls ferngesteuerte Medienlandschaft, weil wir bereits hinreichend darlegten, wie sich eine Medienwelt selbst in die Prostration vor der Macht begibt, ohne dass diese sonderlich etwas dazu tun müsste – begibt sich in unfreiwilliger Freiwilligkeit mit auf den Weg in den Abgrund und somit in ihr eigenes Verderben.

Sie hätten aus dem Versagen der DDR-Staatspresse lernen können. Das Internet ermöglicht es der Opposition sich den Lügen und Halbwahrheiten der indoktrinierungssüchtigen staatstreuen Medien mehr und mehr zu entziehen, auch wenn der Staat versucht, in blankem Verbrechen gegen das Grundgesetz missliebige Stimmen und Ansichten zu unterdrücken.

Damit entlarvt sie sich nur selbst und ist gezwungen, die verlogenen Masken fallen zu lassen.

Das Blöde ist nur, dass damals wie heute die hilflosen Versuche auf die erfolgreichen Strategien der oppositionellen Formate aufzusatteln und diese für sich zu vereinnahmen, samt und sonders nicht nur zum Scheitern, sondern auch zu Lächerlichkeit verdammt sind.

Etwa, wenn ein früh vergreister, jedoch absolut nicht dummer Philipp Amthor versucht, juvenile Podcasts aufzusetzen. Es wirkt aufgesetzt. Es ist aufgesetzt und die dadurch geschaffenen Echokammern seiner Gefolgschaft bleiben überschaubar. Wobei der MVler nur pars pro toto für seine vielen Kollegen der SPD, der Linken und der Grünen im Bundestag steht, die mit ähnlichem Unsinn noch retten wollen, was sie glauben, was noch zu retten wäre.

Das Sujet und die reale Wahrnehmung bestimmen das Bild und die Wirkmächtigkeit der Meinungsverbreitung zu diesem Bilde. Wobei wir wieder bei unserem gestrandeten Buckelwal wären!

Der Bundespinocchio kämpft mittlerweile genauso um sein politisches Überleben wie der Wal in den Gewässern vor Wismar.

Auch er ist mittlerweile in einem politischen Umfeld angelangt, das nicht mehr seinem Revier entspricht. Die Bedingungen werden mit jedem Tag rauer.

Zu merken ist dies in seiner Anbiederei an alte AfD-Positionen, wenn er wieder einmal den Mund voll nimmt und verkündet, er wolle innerhalb von drei Jahren achtzig Prozent der ansässigen Syrer repatriieren. Wer er das wohl anstellen will?

Nein, will er gar nicht. Ehe er den Satz zu Ende gesprochen hat, weiß er schon, dass das wieder eine seiner faustdicken und an Unverschämtheit nicht mehr zu überbietenden Lügen war: Er wird wohl kaum veranlassen können, dass Hunderttausende Syrer mit demselben Enthusiasmus die Heimreise in ein kaputtes Land antreten werden, mit der sie einst die Chance wahrgenommen hatten, ins Paradies einzufallen.

Sie werden dieses einstige Paradies wieder verlassen – ganz gewiss! Wenn es durch eine geisteskranke, zwei Jahrzehnte währende desaströse Politik so ruiniert wurde, dass das Leben in Syrien um Größenordnungen attraktiver erscheint, dann werden sie gehen und eine gesellschaftliche Oednis im Herzen Europas zurücklassen. Migration folgt immer dem Wohlstand. Erst das Fressen, dann die Moral – von Bertold dem Großen lässt sich eine Menge lernen.

Nun gut denn – wir meinen, es ist Zeit, dass der Genosse Timmi Buckelwal wieder in sein gewohntes Habitat zurückfindet. Dass er vor der deutschen Küste so richtig krank wird, ist wohl nicht nur dem niedrigen Salzgehalt des baltischen Meeres geschuldet.

Wenn er es dann geschafft hat, dann besteht die Hoffnung, dass sich Michels trübes Augenlicht wieder dem zuwendet, was wirklich zählt und seine Existenz betrifft. Das sind gewiss keine verirrten Wale. Das sind die Preise für die Energie, die gerade an einer neuen Hyperinflation werkeln und ihn um alles bringen, was seine Mütter und Väter über Generationen aufgebaut hat und was er durch irrsinnige Ideologen in Ost und West verprassen und zum Fenster in alle Welt hinauswerfen ließ.

Schickt mal getrost den Wal zurück in die weite Welt – nicht den Rest des verbliebenen Wohlstands der einst reichen Bundesrepublik Deutschland!

Denn dieses Deutschland ist nunmehr zur vertrottelten, alten, zahnlosen Erbtante der Welt herabgesunken, die – angetan mit der morbiden Couture aus einst besseren Tagen – zusammenhangslosen Unfug brabbelnd am erkaltenden Ofen hockt, während sie unter sich macht und nicht mehr realisiert, dass man längst rund um den Globus über sie lacht und nur noch sehnsüchtig auf ihren letzten Seufzer wartet, um sich den Rest der Habe unter den Nagel reißen zu können.

Rothenburg ob der Tauber, Erfurt, Tangermünde und sogar das zerbombte Wismar könnten doch nette kleine Disney-Land-Attraktionen für die Kinder der Scheichs aus dem Glücklichen Arabien, der Chinesen und der reichen Russen werden.

Das ist doch mal eine Perspektive: „Schau mal, Alsjonuschka, Said, Chadidscha und Bao Yang … hier wurden das Auto, das Flugzeug, das Glasfaserkabel, der Zeppelin, der Benzin- und der Dieselmotor, die Autobahn, das Telefon, die Rakete, das Düsentriebwerk, das Fernsehen, Dederon und noch vieles mehr erfunden – und sogar ein Wal haben sie gerettet. Das war schon ein dolles Volk, diese Deutschen. Komm, wir gehen mal rüber ins Museum, da stehen noch ein paar ausgestopfte Exemplare in der Vitrine. Die sehen bestimmt lustig aus in ihren Krachledernen, Dirndln und Gamsbart-Hütchen!“

Von der Lachnummer zum Museumsexponat – was für eine Karriere einer Nation, die alle Chancen hatte, die sich ein Volk nur wünschen kann und sie alle bis auf die letzte vergeigt und verjubelt hat!

32. Volumen
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003
01.04.2026