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Grönland

H.H. - gewidmet einer unersetzlichen und wertvollen Frau zu ihrem 55. Todestag


Michael. L. Hübner. Havelsee. Recht zu behalten ist oft kein Anlass zu einem inneren Vorbeimarsch. Nicht immer knallen die Champagnerkorken.

Wir könnten jetzt höhnisch auf den Lügen-Fritze herabblicken in all seinem Elend: Wie er, der Lakai seiner WASP-Herrchen aus Neuengland, von diesen nun gedemütigt, vorgeführt, zur endgültigen Witzfigur degradiert wurde. Wir haben’s doch alles vorher gewusst, beschrieben, veröffentlicht. Wie die ganze Bigotterie und verlogene Heuchelei nun aufquellen, wie aus einem verstopften Abflussrohr. Alles im Landboten nachzulesen.

Wir haben ihn einen devoten Satrapen genannt, einen Diener seiner Herrchen, eine Kreatur von BlackRock. Ihn und Flintenuschi, Panzertoni und wie die kriegsbesoffenen Entscheider, Taurus-Lieferanten und Wehrpflichteinführer in Europa noch heißen mögen.

Wir haben gemeinsam mit vielen anderen kritischen Medien das demagogische Propagandatheater der westeuropäischen Doppel-„Moral“ aufgezeigt und wie unverhohlen sich der alte faschistoide Russenhass und Revanchismus dahinter verbirgt.

Nun – Mr President liefert uns gerade die Probe aufs Exempel.

Bei den Russen war’s klar, dass sie 2022 zuschlugen, als für sie eine rote Linie überschritten war. Wer die Russen kennt – und wir kennen sie ganz gut – weiß, dass das so ihre Art ist. (Obwohl wir’s damals auch nicht so recht wahrhaben wollten. Zugegeben!)

Die NATO und vor allem die Yankees sind mit dem Maidan-Putsch unserem Bären unerträglich nah auf den Pelz gerückt, wie das Bärchen unter dem ukrainischen Bauernburschen und Schuheklopfer Nikita mit seinen Raketen seinerzeit Herrn Kennedy. Sie hat die Bitten, die Appelle, die Angebote, ja die ganze Russerei nicht mal ansatzweise für voll genommen – siehe Münchener Sicherheitskonferenz – und dann krachte des Bären Pranke in dessen lieblichen und mit Getreide, Kwas, Schwarzerde, Seltenen Erden und korrupten Oligarchen gesegneten ukrainischen Vorgarten. … denn nichts anderes ist die Ukraine für Moskau.

Wer das im Westen vorher nicht sah oder sehen wollte, wem da die entsprechenden Kenntnisse und das notwendige Urteilsvermögen fehlte, nun – der hat es jetzt amtlich: Der war ein inkompetenter, vernagelter Bildungsverweigerer zur Potenz.

Daran änderten auch all die verzweifelten „Frontberichte“ von den unendlichen Verlusten der Russen nichts, die von den regierungstreuen Medien im Stil der deutsch tönenden Wochenschau der letzten Apriltage ‘45 abgesondert wurden. Ihr habt nichts gelernt, oder?

Der Zusammenbruch der „mongolisch-bolschewistischen“ Horden aus den asiatischen Steppen fand tatsächlich statt: Rund um den Berliner Reichstag, nach endlosen Tanz-, Vergewaltigungs- und Sauforgien. Da flatterten aber schon Hammer und Sichel lustig über dem deutschen Parlamentsgebäude und den ersten Hakenkreuzen wurde mit Hammer und Meißel zu Leibe gerückt.

Um gegen den verlachten und ignorierten Bären nach 2022 aber auch nur ansatzweise zu bestehen, brauchte die europäische Meute plötzlich den starken Jäger mit dem großen Schießgewehr, den sie jahrzehntelang – genau wir ihre pseudokommunistischen Pendants auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs – mit demselben Terminus belegten: Ein „Großer Bruder“ war hüben wie drüben kein Unbekannter.

Tja, also der Buddy aus den Staaten sollte wieder einmal eingebunden werden, denn: Einfach nur kläffen zog bei dem Giganten aus dem Osten noch immer nicht. Na sowas!

„Großer Bruder …“ Du lieber Himmel – weder Moskau war ein „Großer Bruder“ für seine Vasallen, noch war es Pol Pot für die Kambodschaner, noch waren es je die Yankees für die Westeuropäer.

West- und Osteuropäer, sowie die Kambodschaner unter den Roten Khmer waren nie etwas anderes als eine geostrategische oder sonstige Verfügungsmasse ihrer „Großen Brüder“.

Über dieses Basiswissen eines Erstklässlers verfügt ein gewisser Nachbar ägyptischer Dekorationspflanzen aus der zweiten Reihe nicht? Er schafft es trotzdem bis an die Spitze des Kanzleramts? Wenn das so ist, dann ist das der zuverlässigste Indikator für den absoluten Niedergang der Bundesrepublik Deutschland.

Das wird auch so sein, denn gegen den Vorwurf, ein durchtriebener und infamer Schurke zu sein, würden wir den Lügenkanzler immer in Schutz nehmen. Das ist er gewiss nicht. Das weigern wir uns zu glauben. Das ist kein per se böser Mann. Der kann bloß nicht anders. Der ist eingezwängt in ein inneres und zu allem Elend auch noch in ein äußeres Korsett.

Dass Jens Spahn, der Zwerg Alberich der CDU, diesen noch öffentlich verhöhnt, indem er in die Welt hinausposaunt, Merz könne auf Augenhöhe mit Trump reden, das ist abscheulich und macht klar, warum diese Leute in Deutschland und der Welt von vielen Leuten so verachtet werden.

Merz ist in seiner eigenen Welt gefangen, in der er aufgewachsen und der er so verhaftet ist, wie wir der Unsrigen. Nur ging unsere fünfunddreißig Jahre früher unter und damals wussten wir noch gar nicht, dass das jemals unsere eigene Welt sein würde. Unsere Welt - das war die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken!

Das haben uns aber erst Frau Merkels Nachfahren, die Grünen, die neuen Pseudo-Linken und die Yankees beigebracht.

So, nun bricht sein schönes amerikanische Kartenhäuschen mit samt seinen Lügenmärchen von Freiheit und Demokratie und Groß-Brüderlichkeit vor aller Augen krachend zusammen wie einst die Zwillingstürme von Manhattan nach dem Besuch von Osamas Amateurpiloten und die europäischen Führungseliten stehen da wie die Kühe, wenn’s donnert.

Wir kennen das aus dem Kintopp: Der kleine Maulheld legt sich mit dem Berserker an im festen Vertrauen, dass sich sein „Große Bruder“ hinter ihm aufgepflanzt hat. Was er aber erst verspätet mitbekommt, ist, dass der dort gar nicht mehr steht und auch keine Anstalten macht, diesen Platz wieder einzunehmen. Ja, das ist der Augenblick, wo es im Comic „Rrrrums!“ macht! Nämlich auf des Zwergen hohlen Kürbis.

Auf einmal wird einer der ärgsten Kläffer, der Franzose Macron, weich und will mit den Russen reden. Das eigene Land ist bankrott, die Ukraine ein Korruptionsdrecksloch ohne Boden und Uncle Sam hat die Biege gemacht, um hinter dieser und vorgehaltener Hand mit dem Erzbösewicht zu kungeln. Warum denn auch nicht? Donalds Spießgesellen haben ja ihre Verträge auf die Seltenen ukrainischen Erden bereits in Sack und Tüten. Ziel erreicht. Ach du je!

Irgendwer muss dieses verlorene Skat-Luschenblatt auch unserem Fritze auf den Tisch gepackt haben, und zwar so, dass er’s nicht mehr ignorieren konnte. Zumindest muss da jetzt jemand an des Kanzlers Ohr gelangt sein, der ihm die grandiose Neuigkeit verkündete, dass Russland ein europäisches Land ist.

Dann kam’s noch dicker: Man sollte mit den Russen besser in friedlicher Koexistenz, denn in offener Feindschaft leben! Ach, armes Kanzlerchen! Dass muss dir wie Galle im Hals gebrannt haben! Wenn das der Opi wüsste! Du weißt schon: der Opi mit der Mitgliedsnummer 4.258.218. Dann wäre Holland in Not und Polen offen im Hause Merz.

Aber zurück zu Donalds letzten Husarenstreichen. Ach Gottchen, wie sie jetzt würgen an dieser bitteren Pille! Wie sie jetzt zaghaft um zarte sprachliche Korrekturen, etwas weniger Kriegshetze bei den zu Hofberichterstattern verkommenen Medien des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks und der entsprechenden regierungsreuen Gazetten bemüht sind, während sich Bojar Serjoscha Wiktorowitsch kaum das schallende Gelächter verkneifen kann.

Der Zar hält sich ja dezent zurück und wird sich nur abseits von verräterischen Mikrofonen und Objektiven amüsieren. Wozu sich auch jetzt exponieren? Der hat doch schon alles gesagt und gemäß des kommunistischen Theorems, dass das einzige Kriterium der Wahrheit die Praxis ist, grandios Recht behalten. Da tritt man nicht nach. Das wäre stillos. Man genießt, schweigt und … erntet.

Aber was passiert derweil im Reiche? Wir hören kaum noch die gebetsmühlenartig wiederholte Parole vom „Verbrecherischen Angriffskrieg“. Hat das etwa etwas mit dem amerikanischen Einmarsch in Venezuela und dem dort stattgefundenen Regierungswechsel einschließlich Entführung eines – wenn auch widerwärtigen – aber doch souveränen Regierungschefs eines souveränen Landes zu tun?

Hat das vielleicht etwas mit den offenen Drohungen gegen Kolumbien und Kuba zu tun?

Oder am Ende damit, dass nun die Yankees wie die raubgierigen Wölfe über Grönland herzufallen gedenken, das sie einem souveränen NATO-Partner zu entreißen und sich als 51. Bundesstaat einzuverleiben drohen?

Ist es tatsächlich nicht dasselbe, wenn zwei das Gleiche tun? Wo bleiben die Sanktionen gegen die USA, die Einreiseverbote für Trump, der internationale Haftbefehl …? WO?

Und – Kameraden aus den Reihen der Freiheit? Rufen wir den Bündnisfall aus und lassen uns dafür von unserem „Großen Bruder“ so richtig vermöbeln? Fresse poliert – aber Ehre behalten?

Oder nehmen wir diesen kosmisch dimensionierten Tritt in den europäischen Hintern demütig hin, wie alles andere auch und zeigen damit aller Welt, dass wir Europäer nur noch zahnlose Papiertiger sind, Maulhelden, Wadenbeißer eines Herrchens, das uns nun selbst einen mächtigen Tritt verpasst? Einfach, weil er’s kann.

Den Amis geht es um die Zugriffsmöglichkeiten auf die unter dem Eis liegenden Rohstoffe in den Zeiten der sich dramatisch verknappenden Ressourcen, sowie um die geostrategische Lage der größten Insel der Welt: um die Kontrolle der Nordpassage nämlich. Um sonst gar nichts.

Na, ihr Reichstsagsheulbojen: Wo sind jetzt eure angeblichen freiheitlich-demokratischen Werte, für die ihr doch alles darangebt, dass Kiew zu keiner vernünftigen und der Realität geschuldeten Lösung mit Moskau kommt?

Die Masken, die ihr euch für das gewaltige Heer der Unterbelichteten Europas übergestülpt habt, sind gefallen. Wer euch euren Schmonzes jetzt noch abkauft, markiert eindeutig den intellektuell komplett retardierten Schnittpunkt der Gaußschen Glockenkurve mit der Abszisse. Will sagen: IQ = Pausenbrot minus 50.

Tja, schlechte Nachrichten für die Insel Formosa. Der schlaue Himmelssohn wird dem bösen Donald vorschlagen: Wir halten still, wenn ihr euch Grönland unter den Nagel reißt, dafür überrollen wir mit eurer diskreten Genehmigung Taipeh. So eine Art moderner Hitler-Stalin-Pakt eben.

Wobei National-China auf Taiwan noch tausendmal mehr zu Kontiental-China gehört, als Grönland je zu den USA gehörte. Eher wäre die Sache umgekehrt, denn Leif Erikson und seine Nordmänner und -frauen haben Nordamerika angefangen von Westen her zu besiedeln. Zwar nicht sehr nachhaltig - aber geschenkt! Also könnte Grönland Ansprüche auf die USA erheben. Wie wäre das, Donald?

Doch Recht hat immer, wer die Macht hat (solange er sie hat) - und die Eskimos haben nun mal keine Macht, und die Dänen auch nicht und der Alte Kontinent schon mal gleich gar nicht. Was zählt ein Kajak gegen einen Flugzeugträger?

Und das biedermeierliche Auenland? Guckt wie bei den letzten Kriegen, die es am Ende nur mit Hilfe der Russen und der Yankees überstand, blöde aus der Wäsche. Den Hobbits in London, Brüssel, Paris, Berlin, Helsinki, Warschau und Stockholm beginnt zu dämmern, dass es keine gute Idee war, „Sondervermögen“ und den Rest des Aerars auf die schwarze 13 zu setzen. Rien ne va plus!

Möglich, das König Etzel II. in der Festung Ofen jetzt ein Fläschchen Tokajer köpft, oder Herr Fico in Pressburg. Die hatten sich schlauerweise ein Türchen nach Osten offengehalten. Das zahlt sich jetzt sicher aus.

Nein, angesichts dieses Dramas kommt in uns kein Jubel auf. Geht eine apokalyptische Prophezeiung in Erfüllung, braucht dem Propheten niemand zu gratulieren.

Es reicht schon, wenn man uns nicht ersatzweise steinigt oder wie räudige Hunde totschlägt. Wir haben weder die Brunnen noch die Stimmung vergiftet, nur beschrieben, was wir sahen und wie wir das den Prinzipen der rationalen Logik folgend deuteten.

Aber auch uns gibt es schon eine Weile. Lange genug, um zu wissen, dass derjenige, der die Wahrheit kennt und zu allem Überfluss auch noch herausposaunt, ein schnelles Pferd braucht.

Unser altes Eselchen aber macht mit Rückenwind, Berg runter, Kneipe in Sicht und Bullen im Spiegel gerade mal 11,6 preußische Meilen pro Stunde. Wir befürchten, das geht so oder so nicht gut für uns aus. Für die anderen aber auch nicht. Tröstlich in gewissem Maße ...

Nun denn: Nearer my God to Thee! Amen.

… und bevor jemand auf den Trichter kommt, unsere letzten Champagner-Pullen aus den Redaktionskeller im Zuge der kommenden chaotisch-dunklen Zeiten zu okkupieren – saufen wir sie selbst!

Prost!

32. Volumen
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003
21.01.2026