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Was wollen sie jetzt den europäischen Steuerzahlern vorweisen, deren Gelder sie verbrannt haben? Wo immer Wahlen anstehen, werden ihnen die Wähler das um die Ohren hauen. Vielleicht nicht gleich in Holland, wo Wilders grandios versagt hat. Ungarn kehrt vielleicht auch wieder zurück an die welker werdenden Zitzen der Milchkuh Brüssel. Just in diesem denkwürdigen Augenblick richtet der Zar ein Verhandlungsangebot an Europa. Dort werden die Stimmen lauter diese Offerte zumindest wohlwollend zu prüfen. Zu unpopulär ist der Ukrainekrieg nach Jahren der festgefahrenen Fronten und des allumfassenden Misserfolgs in Westeuropa geworden. Die Zahl derer, die das kriegsgeile Propagandageschwätz der Marionetten der Rüstungsindustrie willig zu glauben bereit sind, schmilzt täglich dahin, wie Grönlands Gletscher in den Zeiten der Erderwärmung. Der Bundes-Pinocchio hält noch wacker an seinem Russland-Hass fest. Wir verstehen das: Man soll schließlich das Erbe seiner Großväter in Ehren halten. Soll man? Sicher nicht um jeden Preis. Nicht, wenn es sich um das Erbe solcher Großväter handelt. Doch die Fähigkeit, in solch sublimen Angelegenheiten zu differenzieren, erfordert nun mal Grips und Charakter. Für Handlanger des BlackRock-Imperiums ist wenigstens Letzteres nicht die gefragteste Eigenschaft. Zu allem Überfluss liegen zwischen Grips und bauernschlauer Gerissenheit auch noch Dimensionen, Welten und Lichtjahre. Also tut er das, was ihm sein intellektueller Horizont gerade noch eben erlaubt und beweist, wie sehr zu Recht der Pawlowsche Reflex nach seinem genialen Entdecker, dem Russen Iwan Petrowitsch Pawlow, benannt wurde: Es bellt reflexartig das Wort „Scheinangebot“. Ja natürlich! Wenn’s vom Feind kommt, kann es sich nur um eine böswillige Finte handeln. Nur eigene Forderungen tragen das Siegel der gerechten Lauterkeit. Der böse Feind hat sich da gefälligst unterzuordnen und sie dankbar und stiefelleckend zu akzeptieren. Dann ist die Welt des Fritze Merz in Ordnung. Doch leider hat diese Welt des Fritze Merz nicht viel mit der irdischen Welt zu tun, in der wir alle nolens volens leben. Diese Haltung zeugt nur von einem wahrhaft gigantischen, geradezu Wandlitz’schen Realitätsverlust im Kanzleramt und bei dessen Getreuen. Sei es drum! Der Zar bringt seinen Spezi, den Sozialdemokraten, den Genossen der Bosse und Bundeskanzler a. D., Gerhard Schröder, ins Spiel. Die deutsche Sozialdemokratie – oder das, was von ihr noch übrig ist – beginnt zu wanken. Ja, richtig, das ist der Mann, dem sie in ihrem infamen, saublöden und primitiven Hass das Büro und den Zugang zum Reichstag genommen und ihn wie Paria behandelt haben, weil er es mit dem „Aggressor“ hielt. Jetzt könnte sich der Ausgestoßene als der letzte verfügbare Kommunikationskanal erweisen, der den jämmerlichen, hilflosen, dauerversagenden Europäern noch zur Verfügung steht. Die Rüstungsindustrie und ihre Lakaien spucken natürlich Gift und Galle. Die geben erst auf, wenn der Alte Kontinent so ausgeblutet ist, dass sich dort nicht einmal mehr ein Plasteschwert für den Kinderfasching verkaufen lässt. Die estnische Russlandhasserin, welche die Reihen der europäischen Führungsriege als Außenkommissarin vergiftet, überschlägt sich beinahe mit ihrem protofaschistischen Gekläffe: „Niemals den Schröder!“ Dabei lässt sie außer Acht, dass die Europäer, die in der Ukrainefrage bestenfalls noch als zahlende Idioten geduldet werden und sich glücklich schätzen dürfen, wenn sie bei internationalen Debatten und Verhandlungen noch einen Katzentisch neben dem Klo und hinter Palmenwedeln zugewiesen bekommen, ansonsten aber nichts mehr zu melden und schon gar nicht mitzureden haben, kaum eine andere Wahl haben, als sich ernsthaft mit des Zaren Angebot zu befassen. Doch Vorsicht! Es ist auf breiter Flur nicht die Einsicht, welche die Front der Hardliner aufzuweichen beginnt. Bewahre! So ist der Nackte Affe nicht gestrickt. Nein, früher haben viele, die für eine Verhandlungslösung gewesen wären, aus Feigheit oder Opportunismus das Maul gehalten. Zu groß war die Gefahr, dass man sich mit einer aufrichtigen Äußerung zum Außenseiter stempelt und damit die hart errungene Politiker-Karierre gefährdet. Gott bewahre diese verlorenen Seelen vor einer erzwungenen Rückkehr in die freie Wirtschaft, in welcher sie am Ende noch für ihr peinliches Versagen geradestehen müssten! Heute merken sie instinktgesteuert, dass der Dampfer am Absaufen ist. Das ist wie 1945: Die cleveren Schweinehunde setzen sich zuerst ab und nur, wer unbedingt noch als fanatischer Vollidiot gelten will, hält die längst verlorene Stellung. Was wir also notieren, sind Absatzbewegungen – wieder mal – um die eigene Stellung in die Zukunft hinüberzuretten. Seinen größten Triumph wird Väterchen Zar feiern, wenn die kleine graue Maus Kallas seinen Schröder akzeptieren muss und dann gequält quietscht wie am Spieß. Schadenfreude ist in aller Regel Zeitverschwendung. Manchmal aber hat selbst so eine moralisch niedrige Gefühlsregung ihre Berechtigung. An diesem Tage ganz gewiss. In der Zwischenzeit wollen wir beten, dass die Katholiken einmal Recht haben und es wirklich eine Hölle gibt. Das wäre uns ein Trost, wenn wir Kallas, Flintenuschi; Marie-Agnes Strack-Zimmermann, den Panzertoni, den BlackRock-Pinocchio, Annalena die Schreckliche, das böse Bobbele und all die anderen Todfeinde der russischen Erde dort wiederfinden würden. Wobei die Frage nach einer metaphysischen Hölle vor dem Umstand absurd erscheint, da wir in exakt diesem von uns beschriebenen Inferno jetzt schon in einem irdischen Jammertal zu leiden gezwungen sind – wir müssen die Welt ja mit diesen Figuren teilen. Nun bleibt eigentlich nur die Frage – Womit haben ausgerechnet WIR das verdient? |
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| 33. Volumen |
©B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003 13.05.2026 |