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Frisches Kanonenfutter fürs Paschtunenreich
Präsident Obama braucht neue Soldaten

Don Miquele Barbagrigia
Trat Präsident Obama nicht vor Kurzem noch mit dem feurigen Slogan an: Bring the boys back home? Keine Rede davon, dass er das nicht immer noch vorhätte. Nein, nein. Doch zunächst einmal müssen weitere 40.000 GIs an den Hindukusch. Denn, vor die Heimreise der bewaffneten Erlöser der Menschheit nach dem Home of the Brave, hat der Gott des Intelligence Design den zwingenden Sieg über die terroristischen Taliban gesetzt. Da liegt der Hund begraben. Verließen nämlich die Yankees nach Vietnam das zweite Mal ein Land, ohne etwas anderes vorweisen zu können als die von Stars and Stripes bedeckten Zinksärge, dann dämmerte möglicherweise dem dümmsten Hinterwäldler aus den Tiefen Arkansas', dass die Realität doch nicht ganz so viel gemein hat mit den vom Pentagon mitfinanzierten Hollywoodstreifen. Den etwas belichteteren Amerikanern ginge ein Seifensieder auf, dass God's own country so peu a peu auf einem Ramus ascendens, einem absteigenden Ast hockt, rsp. sich seit einem Jahrzehnt im freien Fall befindet. Cowboyland hat abgewirtschaftet! Die Geschichte hat die Karten wie immer in logarithmischen Abständen auf dem Globus neu verteilt – China schickt sich an, die Weltherrschaft zu übernehmen. Das Reich der Mitte fackelt nicht lange. Schon jetzt firmieren die Chinesen als Supermacht. Vielleicht würde der Plan zur Befriedung Afghanistans, an dem schon das Empire und das russische Bärchen jammervoll scheiterten, umsetzbar sein. Dann aber müsste Präsident Obama um die restlichen Verbündeten nicht bei denen treu- und kraftlosen Europäern hausieren gehen, die gerade mal so 10.000 Soldaten zusammen stottern. Und da wir gerade dabei sind: Unsere polnischen Nachbarn, die sich seit der Ära der unseligen Brüder Kaczynski besonders eifrig bemühen, sich den Amerikanern zu empfehlen, wollen gleich 2.000 Polen entsenden, vier mal mehr als das Empire. Na, schau mal einer an! Vielleicht ist auch wieder eine neue Nationalhymne fällig, die in Analogie zu „Marsz, marcz, Dabrowski...“ heißen könnte: „Marcz, marcz, Tusk, do Polski...“. Man weiß es nicht. Man hätte eben nur hoffen wollen, dass die Polen von jeglicher Art Krieg die Schnauze gestrichen voll haben, nach all dem, was sie in der Vergangenheit zu durchleiden hatten. Sei es drum. Zurück nach Kabul! Also, Mr. President, wir sehen nur eine Chance, wie Afghanistan dauerhaft zu befrieden ist: Klopfen Sie an die Türe der Verbotenen Stadt! Reden Sie mit den Han-Chinesen! Die helfen gerne bei solchen Abenteuern. Und aus der Historie wissen wir, dass die dabei nicht kleckern, sondern klotzen. Was 40.000? Lächerlich. Die Chinesen hängen drei Nullen dran, ohne mit der Wimper zu zucken. Und dann hat jedes afghanische Schulmädchen und jeder Opiumbauer seine persönliche Maschinenpistole am Kopf, jeder Taliban derer sogar zwei. Dann ist Ruhe! Man nennt das das tibetanische Modell! Allerdings, und dahinter vermuten wir die bezeigte Zurückhaltung der amerikanischen Emissäre am Yangtse, steht zu befürchten, dass in der nächsten chinesischen Schulbuchausgabe bereits nachzulesen ist, dass Afghanistan schon seit Jahrtausenden integraler Bestandteil des chinesischen Reiches war, ist und immer bleiben wird. Das hinwiderum würde Uncle Sam doch sehr kränken. Immerhin geht es doch um SEINEN Einfluss in dieser Region. Also krampft er weiter mit seinen paar Hollywood-Elite-Hanseln, die ihre Zähne außer vor der Kamera besonders dann zu zeigen verstehen, wenn sie einen nackten Feind einzeln und in Ketten vor sich zu liegen haben. Ach, ach, armer Präsident Obama. So klug er auch ist, hat er wirklich daran geglaubt, er, als Präsident, hätte auch nur einen Faden in der Hand, den er ziehen könnte. Die Richtlinienkompetenz der amerikanischen Politik liegt bei der Federal Reserve und die bestimmt, wann 40.000 Zinksärge ihren Heimweg antreten dürfen. Wenn die Fed allerdings demnächst mittels eines Joint Venture in chinesische Hand gelangt, dann hat sich der Inhalt dieses Beitrages sowieso erledigt. Bis dahin: Goooooooooood Night Afghanistan!

15. Volumen
© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2009
04.12.2009